Ein Moment der Einkehr, festgehalten in Kohle: In der Session mit Dorian verlagert sich der Fokus vom flüchtigen Augenblick hin zur massiven Präsenz und der stillen Melancholie des Körpers.
Durch den gezielten Einsatz von breiten Kohleflächen und feinen Schattierungen gewinnt Dorian's Körper an Dreidimensionalität. Seine Muskeln und Konturen werden nicht nur als Umriss, sondern als Volumen begriffen – man meint, die physische Realität seiner Pose förmlich greifen zu können.
Dorians direkter, in sich gekehrter Blick ist das emotionale Zentrum des Bildes. Die kräftigen Kohlestriche im Gesicht betonen seine markanten Züge und fangen einen intimen, fast privaten Moment der Konzentration ein. Der Übergang von zarten, suchenden Linien in den Gliedmaßen zu den tiefschwarzen, entschlossenen Schattenpartien des Torsos zeigt den intensiven Prozess des Sehens. Die Zeichnung wird hier zum Mittel, um die physische und emotionale Wirklichkeit des Körpers regelrecht freizulegen.
Interner Link
Projekt «Erster Akt»
Externer Link
Aktzeichnen an der Schule für Gestaltung Bern / Biel
